Durststrecke Fastenzeit 

DurststreckeDie Fastenzeit an der SAS wollen wir in diesem Jahr unter das Motto „Durststrecke“ stellen.

Als „Durststrecke“ wird ursprünglich eine Strecke bezeichnet, die durch ein Gebiet ohne Wasser führt; im übertragenen Sinne ist eine Zeitspanne gemeint, in der jemand Entbehrungen und Einschränkungen auf sich nehmen muss.

Welchen Sinn soll es machen, sich freiwillig eine „Durststrecke“ aufzuerlegen? Nun, von Jesus wird erzählt, dass er in die Wüste gegangen ist, um 40 Tage und Nächte lang zu fasten. 40 Tage der Einkehr und der Reduktion der Bedürfnisse auf das Wesentliche haben ihm schließlich Klarheit verschafft über seinen Auftrag, seine Berufung. Dann erst ist er hinausgegangen, hat sich gezeigt, hat vom Reich Gottes gepredigt, hat geheilt, hat sich mit Sündern und Ausgestoßenen der Gesellschaft an einen Tisch gesetzt.

Auch wir sind in der vorösterlichen Bußzeit aufgerufen einen genaueren Blick auf unser Leben zu werfen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, uns zu besinnen, den eigenen Weg sowie die gesetzten Ziele zu überprüfen und – falls nötig – zu korrigieren.

Es müssen nicht die großen Entbehrungen sein, die uns auf die Sprünge helfen. Vielleicht hilft bereits ein „Fasten mit den Augen“ gegen die Reizüberflutung durch die Medien,  das bewusste Auswählendessen, was ich wahrnehmen möchte. Ein „Fasten mit den Ohren“ gegen die akustische Dauerberieselung zu setzen könnte ebenfalls hilfreich sein. Auch ein „Fasten mit den Beinen“, der Verzicht darauf von Termin zu Termin zu hetzen und so mehr innere Ruhe zu bekommen, wäre eine Option.

Angefangen beim heutigen Aschermittwochs-Gottesdienst mit Austeilung des Aschekreuzes halten wir in der Schule Anregungen und Impulse bereit dem eigenen Leben auf den Grund zu gehen.

Jürgen Brinkmann [text] Knud Kamphues [graphik]

„süßer Gruß“

Gruss16Mit einem „süßen Gruß“ in Form von kleinen Berlinern wurden Schüler und Mitarbeiter heute ein wenig dafür entschädigt, dass sie nicht in einer der Karnevals-Hochburgen Deutschlands wohnen. Einen herzlichen Dank an Frau Alves und Frau Rust vom Elternrat, die die Aktion der Schulpastoral vor Beginn der Fastenzeit tatkräftig unterstützt haben.  Dank auch an das Mensa-Team.

Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Schulpastoral | kk (Foto)

Ansgar-Schüler sein, nicht nur „an der Ansgar-Schule“ sein

Patrozinium 16Unser Patrozinium in der evangelischen Hauptkirche St. Petri zu feiern ist mittlerweile gute alte Tradition. Neu hingegen waren einige der Akteure: Erstmals wurden wir von Hauptpastorin Martina Severin-Kaiser begrüßt. Auch für unseren Schulleiter Johannes Wulf, der sich bei der gastgebenden Gemeinde bedankte und unseren neuen Erzbischof Dr. Stefan Heße als Zelebranten begrüßte, war es eine Premiere.

Von Schülern des Profilkurses Religion wurden wir in das Thema der Ansgar-Woche eingeführt: „Ich war fremd und…“. Sie schilderten eigene Erfahrungen von Fremdsein in neuer Umgebung am Beispiel eines Schulwechsels und eines Jahres im Ausland. In seiner Predigt knüpfte der Erzbischof daran an: Auch er selbst sei – aus Köln kommend – zwar neuer Bischof von Hamburg, aber kein Hamburger. Und auch der Heilige Ansgar, Vorgänger im Amt des Bischofs im 9. Jahrhundert, sei aus der Fremde – aus Corbie in Frankreich über Corvey an der Weser – nach Hamburg entsandt worden. Weiterlesen

Ansgar und die Anfänge des Erzbistums Hamburg im 9. Jahrhundert

GoetzDer heilige Ansgar doch Erzbischof von Hamburg, auch ein Erzbistum Hamburg schon 831/34 möglich, eine Marienkirche innerhalb der ersten Hammaburg nicht ausgeschlossen. Das ist das Resümee aus dem Vortrag, den Hans -Werner Goetz, emeritierter Professor für Geschichte an der Universität Hamburg und ausgewiesener Fachmann für das Mittelalter (siehe Bild),  am 04.02. 2016 an der Sankt-Ansgar-Schule gehalten hat. Sein Hauptargument war, dass die Gründungsurkunde von Ludwig dem Frommen (831/34) zwar eine Fälschung sei, der Inhalt aber auf echte Urkunden zurück gehe. Der Verein für katholische Kirchengeschichte und die Sankt-Ansgar-Schule freute sich über die zahlreichen Besucher und dankt Herrn Professor Hans-Werner Goetz für seinen fundierten und interessanten Vortrag.

Dr. H. Steiner

Hilfe, Kooperation und Menschlichkeit

Bildschirmfoto 2016-01-28 um 11.08.29„Ich glaube nicht, dass Zäune die Flüchtlinge von dem Weg nach Europa abhalten können!“ Pater Frido Pflüger kennt aus seiner Arbeit als Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes die Lage in Afrika, im Nahen Osten und im Irak sehr genau. Seit 2012 ist er auch Mitglied der Härtefallkommission des Landes Berlin, so dass er die Abschiebepraxis anschaulich erklären konnte. Er berichtete vor mehr als 80 Gästen über seine Erfahrungen, zeigte Bilder aus den Flüchtlingscamps und scheute auch keine kontroverse Diskussion. Es bleibt Erschütterung und tiefe Betroffenheit, wenn man von seinen Erlebnissen hört. „Es werden immer mehr“, so Pater Pflüger, „die unter humanitär desolaten Lebensbedingungen die Flucht nach Europa antreten.“ Die Schüler wollten wissen, wie er denn die Politik der Bundesregierung und die der EU beurteilt. Seine Sicht bleibt auf Hilfe, Kooperation und Menschlichkeit gerichtet, zumal die Lage in den Flüchtlingslagern in der Türkei, in Syrien und im Libanon derzeit auf eine humanitäre Katastrphe zusteuert.

Dr. Maria Meyer zu Natrup

Werkstatt Theologie

Bildschirmfoto 2016-01-27 um 18.57.49„Forschen – Fragen – Verstehen“ – mit diesem Leitgedanken schnupperte die Klasse 10a nun erstmals Universitätsluft. In einer Kooperation mit dem Institut für Katholische Theologie der Universität Hamburg erprobten sich die Schülerinnern und Schüler in einem durchaus sehr sperrigen Thema, nämlich dem „Leben nach dem Tod“. Dass es beim Theologisieren solcher Fragestellungen nicht immer nur um eine reine Bibelkunde geht, sondern ebenso auch Liedertexte und Vorstellungen aus der modernen Popkultur Gegenstand der Analyse sein können, erforschte nun die Lerngruppe in dieser knapp 90minütigen Einheit. Und dass zum Universitätsleben auch die tägliche Verköstigung in der Mensa gehört, wo beim Mittagessen nicht selten auch Doktorarbeiten oder aktuelle Forschungsfragen diskutiert werden, davon machten sich die „Nachwuchstheologen“ nun selbst einen Eindruck.

Text/Bild Lw