Das Leben und den Glauben lernen

Schulpastoral ist ein Dienst, den Christen aus ihrer Grundüberzeugung heraus für das Schulleben leisten – um Schule menschlicher zu machen. Dabei nimmt Schulpastoral alle am Schulleben Beteiligten in den Blick: Schüler, Lehrer, Mitarbeiter und Eltern.

Schulpastoral an der SAS  geschieht in Dialog und Interaktion. Mehrmals im Jahr treffen sich Vertreter aller am Schulleben der SAS beteiligten Gruppen (Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Eltern, die geistliche Leitung der KSJ), um die schulpastorale Arbeit auszuwerten, neue Ideen zur Gestaltung zu entwickeln und Absprachen zur konkreten Umsetzung von Vorhaben zu treffen. Von der Schulpastoralkonferenz gehen damit wichtige Anstöße für das Schulleben insgesamt aus. 

Durch den Spalt in der Mauer sehen lernen

Schulpastoral  möchte die Frage nach Gott wach halten und hinführen zu einer persönlichen Begegnung und Geschichte mit Gott. Das tut sie unter Wahrung des Respekts vor den Gewissen und den unterschiedlichen Biographien im Lebensraum Schule. Schulpastoral möchte den Blick durch den Spalt in der Mauer öffnen, der die Sicht freigibt auf das, was unser Dasein hier und jetzt übersteigt. Dieser Blick bleibt nicht ohne Folgen, denn der Beginn einer persönlichen Geschichte mit Gott wirft neue Fragen auf, führt zu einer veränderten Wahrnehmung und Gestaltung des eigenen Lebens. Die Sankt-Ansgar-Schule macht neben dem Religionsunterricht viele Angebote zur Entdeckung des Spalts in der Mauer. Dazu gehören z.B. die Feier von Schulgottesdiensten, die Gestaltung der Advents- und der vorösterlichen Bußzeit, Andachten und Meditationen, Besinnungstage in der Mittel- und Oberstufe, religiöse Ausfahrten (z.B. Katholikentage), Liturgisches Lernen in der Unterstufe. 

Was soll ich dir tun?

Der Blick durch den Spalt in der Mauer führt zur aktiven Zuwendung und Hilfestellung. “Was soll ich dir tun?”, fragt Jesus den Blinden bei Jericho (Mk10,51), bevor er ihm eine neue Lebensperspektive eröffnet. Schulpastoral trägt dazu bei, die im christlichen Glauben liegenden Lebenschancen verstehen und begreifen zu lernen. Die Sankt-Ansgar-Schule hält hierzu Gesprächs- und Beratungsangebote bereit. Ein obligatorisches Sozialpraktikum oder ein von der Schulgemeinschaft getragenes Sozialprojekt sowie die Beteiligung am Hamburger Wohlfühlmorgen sind erprobte Maßnahmen zur Einübung von Compassion – zur Erweiterung der Wahrnehmung und des sozialen Engagements. 

Mit einer Schleuder und einem Stein

Schulpastoral ermutigt den Einzelnen, seine eigenen Möglichkeiten und Mittel zu entdecken und anzunehmen. David muss nicht wachsen, um Goliath zu besiegen: Im Vertrauen auf Gott und die eigenen Mittel – mit einer Schleuder und einem Stein (vgl. 1. Sam 17,42-51) – wird er zu einem Großen. Die Sorge um den Einzelnen, die “cura personalis”, wie sie in jesuitischer Tradition genannt wird, ist zentrales Anliegen aller schulpatoraler Bemühungen: Die “Signatur Gottes” im anderen wahrzunehmen und erfahrbar zu machen, ist ihr wesentliches Ziel. Die Begleitung und Beratung in persönlichen Fragen, auch in Krisensituationen  dienen ebenso der Ermutigung wie etwa auch gezielte Projekte unserer Sozialarbeit (z.B. „Nein-Sagen“).