Biologie

Biologie wird – nach Verkürzung der gymnasialen Schulzeit auf 8 Jahre – in der Unter- und Mittelstufe von Klasse 5 bis Klasse 10 in der Regel zweistündig unterrichtet. ( Ausnahme: altsprachliche Klassen sowie Klassenstufe 8). Für diese Jahrgangsstufen hat die Fachkonferenz Biologie einen schulspezifischen Lehrplan beschlossen.
In der 10.Klasse kann ergänzend ein naturwissenschaftlicher Kurs gewählt werden, der in weiten Teilen fächerübergreifend gestaltet wird.In der Oberstufe gibt es zur Zeit noch fünfstündige Leistungs- und dreistündige Grundkurse, deren Lerninhalte wegen des Zentralabiturs von der Schulbehörde vorgegeben werden.
Diese Kurse entfallen, wenn die von der Schulbehörde für das Schuljahr 2009/2010 geplante Reform der Oberstufe durchgesetzt wird.
Biologie könnte dann im sog. Profilbereich im Verbund mit anderen Fächern vierstündig oder im sog. Wahlbereich zweistündig angeboten werden.

Die Biologie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aus der früheren Naturkunde in vielen neuen Teildisziplinen wie z.B. Biochemie, Molekularbiologie, Molekulargenetik, Gentechnik und Biotechnologie) zu einer experimentellen Wissenschaft entwickelt, die neben den Einsichten in Strukturen und Prozesse des Lebendigen auch die problemorientierte Handhabung von Methoden und Apparaturen erfordert.
Um den Unterricht – besonders auch in diesen Bereichen – angemessen gestalten zu können, wurden die Unterrichts- und Laborräume in den vergangenen Jahren grundlegend umgebaut und modernisiert. Sie entsprechen dem neuesten Stand der Schullabortechnik und liefern die Grundvoraussetzung für einen zeitgemäßen, experimentgestützten Fachunterricht.
Ein Kursraum wurde als S1-Labor (Sicherheitslabor) eingerichtet und von der zuständigen Behörde genehmigt. Seine technische Ausstattung wurde durch Unterstützung der Industrie und Mittel aus Projekten ermöglicht. Sie erlaubt eine Vielzahl molekularbiologischer Versuche bis hin zum eigentlichen gentechnischen Experiment.
Dies ist einzigartig in der Hamburger Schullandschaft.

Neben Wettbewerben wie „Schüler experimentieren“ und „Jugend forscht“ nehmen unsere Schüler an außerschulischen Projekten und internationalen Schulprojekten teil. Ob dies in dieser Form bei zunehmender zeitlicher Belastung durch die Schulzeitverkürzung und die damit gekoppelte Verlagerung des Unterrichtes in den Nachmittag weiter möglich sein wird, muss die Zukunft zeigen.

Lehrpläne Klassenstufe 5 bis 10
(Stichworte)

Unterstufe Klasse 5+6

Klasse 5

Kennzeichen von Lebewesen
Der Mensch: ein Wirbeltier/Säugetier
Säugetiere: Baupläne, Gemeinsamkeiten/Unterschiede zum Menschen
Haustier/Wildtier: Domestikation
Blütenpflanzen Grundbaupläne ( Tulpe o.ä. )
Fortpflanzungsorgane, Bestäubung, Befruchtung, Samenbildung

Klasse 6

Wirbeltiere
Baupläne: Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel
Besonderheiten der Kreislauf, -atmungssysteme => Entwicklung
Vergleich der unterschiedlichen Baupläne => Funktion wechsel-/gleichwarm
Pflanzen: weitere Baupläne von Blütenpflanzen
Pflanzenfamilien, Systematik, Keimungsversuche
Wildkräuter/Kulturpflanzen, Ackerbau + Ernährung
Ökologie

Ergänzung 5+6

Praktische Arbeiten
Mikroskopie: Fertigpräparate, Herstellung einfacher Präparate
Versuche: Verdauung (langes Kauen etc., Stärkeverdauung im Rg et.)
Sinnesphysiologie (z.B. Versuche zum Sehen)
Schwimmen und Fliegen

„Weitere Kompetenzen“: Hefte, Protokolle, Referate, Einfache Versuche planen/durchführen

Mittelstufe Klasse 7-10

Klasse 7

Zellulärer Aufbau der Organismen (Theorie und Mikroskopie)
Bestandteile einer Zelle/Organellen
Vielfalt unterschiedlicher Zelltypen: Pflanze/Tier
Einzeller, Bakterien, Mehrzeller
Bedeutung von Bakterien im Stoffkreislauf (Zersetzer), als Nahrungsproduzenten (z.B. Gentechnik) u.a. Krankheitserreger
Wirbellose Tiere
Gliedertiere: Ringelwürmer (z.B. Regenwurm) und Gliederfüßer (besonders Insekten), Abgrenzung zu Würmern
Würmer : Bandwurm, Leberegel als Parasit mit Entwicklungszyklus
Weitere Stämme der Wirbellosen z.B. Hohltiere o. Weichtiere
Generationswechsel /Entwicklungszyklen

Klasse 8

Pflanzen: Baupläne blütenloser Pflanzen (Moose/Farne:)
Pflanzenfamilien, Systematik
Photosynthese, Bedeutung des Lichtes, Photosynthese-Gleichung
Ökologie: Nahrungsketten,-netze, Nahrungspyramide, Räuber/Beute-
Beziehungen, Ernährungsprobleme

Klasse 9

Humanbiologie
Mensch und Gesundheit (Ernährung/Training),
Infektionskrankheiten Viren/Bakterien/Pilze etc.
Immunabwehr zellulär und humoral
Sexualität: Sex, Partnerschaft, Empfängnis, Embryonalentwicklung, Verhütung
Moderne Techniken der Reproduktionsmedizin, Gentechnik
Vererbung: Mendel, ev. Chromosomen, Mitose, Meiose und DNA
Drogen, Alkohol, Rauchen, Pharmaka
Organsysteme an ausgewählten Beispielen, z.B. Verdauungstrakt (Ernährung)
Sinnesorgane + Nervensystem
Lernen
Grundlagen für angeborenes und erlerntes Verhalten, Lernprozesse, Intelligenz

Klasse 10

Cytologie
Licht-EM-Bild der Zelle (Tiere, Pflanzen, Bakterien)
Funktion der Zellorganellen
Mitose, Meiose, Molekulargenetik (Bau + Replikation der DNA)
Mutationen, Plasmidtransfer, Gentechnik
Photosynthese
Funktion der Organellen, Licht-Dunkel-Reaktion etc.
Mikroorganismen
Krankheitskeime, Bedeutung im Stoffkreislauf
Einsatz in der Biotechnik, z.B. Gärung (Brot, Alkohol) u. Gentechnik (z.B.
Insulin)

Ergänzend 7-10

Praktische Arbeiten
Mikroskopie: Vertiefte Handhabung, exaktes Zeichnen
Herstellung von Mikropäparaten, Auswertung
Versuche: Probennahme, Auswertung, einfache Wasseranalyse
Versuche zur Photosynthese und zur Biotechnik
Einübung einfacher Techniken der Molekularbiologie
„Weitere Kompetenzen“: Protokolle/ Referate/Gruppenarbeiten
Planung und Durchführung

Lehrplaninhalte der Studienstufe (Klasse 12 und 13)

Die staatlichen Bildungspläne sehen 4 jeweils halbjährig zu bearbeitenden Semesterthemen vor, an die wir wegen des Zentralabiturs in Biologie gebunden sind.
Im Leistungskurs (5-stündig) und im Grundkurs (3-stündig) werden die gleichen Themen behandelt, im Leistungskurs vertiefter und auf höherem Niveau.

1. Semester Molekulargenetik und Gentechnik

2. Semester Ökologie und Nachhaltigkeit

3. Semester Evolution und Herkunft des Menschen

4. Semester Neurophysiologie und Verhaltensbiologie