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Frau Özogus nennt drei große Problembereiche im gegebenen Zusammenhang: 1.Bildung – 2. soziale Ungleichheit, d.h. die in HH besonders gravierend ausgeprägte Arm-Reich-Schere und 3. demographische Entwicklung und Integration. Hamburg weist den zweitgrößten privaten Reichtum aller europäischen Metropolen auf, hat eine Armutsquote 14, 1 %, 51.804 Menschen leben von Hartz IV. Die Stadt driftet sozial erschreckend auseinander.
Es gelingt Frau Özogus, das junge Publikum zu fesseln: Sie zeigt auf, ohne zu dramatisieren, entwickelt Perspektiven. Ruhig. Souverän. Zurzeit sind in Hamburg 40 % der Unter-25- Jährigen arm. Am stärksten gefährdet sind Jugendliche ohne qualifizierte Bildungs- und Berufsabschlüsse und mit sprachlichen Defiziten. Irgendwann, irgendwo, in irgendeinem Kontext haben wir das alles schon einmal gehört. Die Referentin untermauert ihre Ausführungen mit aktuellem Zahlenmaterial, kann sehr anschaulich erzählen, Beispiele nennen. Entwickelt Zusammenhänge. Ihr Vortrag hat für mich einen aufklärenden Charakter – im allerbesten Sinne des Wortes.
„Das war das Beste, was wir je von einem Politiker gehört haben!“ „Sie hat eine total sympathische Art.“ „Sie versteht die Sprache und die Probleme der Jugendlichen!“ So und ähnlich lauten die einhellig positiven Einschätzungen nach der Diskussion, die gegen 21 Uhr 50 durch die Schulglocke und einen eindrucksvollen Applaus beendet wird. An Frau Özoguz fasziniert mich, dass sie mit Intellekt und Empathie an ein derart komplexes und brisantes Thema herangeht, ohne sich irgendeiner Klientel oder einer bestimmten Altersgruppe sprachlich oder inhaltlich anzubiedern und anzudienen.

P.S. Mein besonderer Dank geht an Herrn Brühl, der unter den Bedingungen unseres Umbaus den verbliebenen Teil der Pausenhalle hergerichtet hat, damit die Veranstaltung überhaupt stattfinden konnte.

Helge F. Sturm | d.k.