Parforceritt durch die Kunstwelt – documenta 14

Wenn sich alle fünf Jahre Kassel in ein „globales Dorf“ verwandelt, dürfen „Weltstädter“ nicht fehlen. Dass dies aber großer Anstrengungen bedarf, wird einem klar, wenn man morgens um 5.30 Uhr an der Schule steht und auf den Bus wartet. In Kassel wird man als Ausstellungsbesucher in Hektik geworfen, denn man soll von Ausstellungsort zu Ausstellungsort sprinten oder in knapp bemessener Zeit eine Vielzahl moderner Kunstwerke und Konzeptkunst inhalieren. Am 12.09. traten die Schülerinnen und Schüler des ersten und dritten Semesters der Kunstprofile wohlgemut die Reise an.

Flucht, Vertreibung, Gewaltherrschaft, Unterdrückung von Menschen und Völker waren die durchgängigen Themen der diesjährigen Ausstellung der documenta 14Der Link verweist auf eine externe Seite, die nicht von der SAS betrieben wird. mit dem Titel: „Von Athen lernen“, die zum Teil von Hoffnung geprägt war und mit heiterer Leichtigkeit präsentiert wurde.

Ob nun ein scheinbar brennender Turm, ein zum Kunstobjekt gewordenes Fluchtboot, die säuberlich aufgestickte Geschichte von Unterdrückung und Rebellion der Sami oder der Anblick von Stacheldrahtrollen, immer zeigte sich der Widerspruch zwischen verstörendem Inhalt und ästhetischer Aufarbeitung. Dies alles inmitten einer herrlichen Landschaft regte zu Diskussion und Auseinandersetzung an. Ein Höhepunkt war die Verteilung verbotener Bücher an Besucher genau an der Stelle, an der 1933 in Kassel solche verbrannt wurden. Dies ist Teil der Installationsarbeit „Pathenon der verbotenen Bücher“ von  Marta Minujín.

Mit so viel Input im Gepäck und vielen Kilometern hinter uns, ob gefahren oder gelaufen, waren wir froh nach 14 Stunden Kunst wieder in Hamburg zu sein.

  • 13.09.2017 Text/Bilder: Fp