Ansgar meets Luther

Theaterlehrer Brauer (links) und Goletz (rechts)

Die Heilige Schrift auf Deutsch?! Unfassbar! Der Schrecken über diese Entdeckung steht Ansgar, der die St. Petri Kirche betritt, deutlich ins Gesicht geschrieben. So jedenfalls im Rollenspiel, das am Freitag beim Patrozinium zur Aufführung kam. Was wäre, wenn sich die beiden leidenschaftlichen Verkünder des Glaubens, Erzbischof von Hamburg und Bremen Ansgar (801-865) und Reformator Martin Luther (1483-1546) , in heutiger Zeit begegneten? Über welche Neuerungen in der Kirche würde Ansgar vermutlich „stolpern“? Was könnte ihm Martin Luther dazu erklären? Welchen Blick auf die Kirche von heute hätten die Beiden möglicherweise gemeinsam? Dazu hatten sich unsere Theater-Lehrer Andreas Goletz (Ansgar) und Thomas Brauer (Luther) ihre Gedanken gemacht…

Sankt Ansgar
Martin Luther

Unser Patrozinium ist Teil der Feierlichkeiten im Rahmen der Ansgar-Woche, die im Luther-Jahr 2017, 500 Jahre nach Luthers Veröffentlichung seiner 95 Thesen gegen Missstände der Kirche, den Reformator in den Blick nehmen möchte („Luther entdecken“). So wählten wir in diesem Jahr die Form eines ökumenischen Wortgottesdienstes, dem Pastor Seemann von St. Petri und Pater Jan Roser SJ, Geistlicher Rektor der hiesigen katholischen Akademie, gemeinsam vorstanden. In seinem Predigtwort erschloss uns Pastor Seemann sehr eindrücklich Martin Luthers existentielles Ringen um einen gnädigen, nicht angsteinflößenden Gott , den der Reformator zu seiner Zeit im Glauben der Kirche so schmerzlich vermisste. Als Würdigung der Verdienste Martin Luthers erhielt jeder Teilnehmer am Ende des Gottesdienstes ein markantes Bibelwort der neuen Edition der Luther-Bibel mit auf den Weg.

St. Petri-Kirche

Unser Gottesdienst in der St. Petri-Kirche, wo unser Namenspatron Erzbischof Ansgar durch künstlerische Darstellungen seinen festen Platz hat, war ein schönes Zeichen der Ökumene. Diese lässt sich verstehen als gemeinsames Haus mit vielen Wohnungen für viele Familien. Die katholische Sankt-Ansgar-Schule war Gast in der Wohnung der evangelischen Familie. Dort haben wir zusammen gefeiert. Nicht ganz so, als wenn die Familien unter sich geblieben wären, dafür mit Blick auf die gemeinsamen Bräuche und das Verbindende im Glauben!

 

  • Text/Bild: Jürgen Brinkmann