DDR-Tag an der SAS

Was lehrt uns die jüngste Deutsche Geschichte? Warum hat das System der DDR jahrelang so funktioniert? Diesen Fragen ging das 1. Semester u.a. auf dem sog. DDR-Tag nach. Das DDR-Regime konnte sich demnach auf das Schweigen der Mehrheit verlassen.Man musste kein Held sein, um in der DDR zumindest passiven Widerstand zu leisten. Ohne die Mitläufer hätte die Diktatur nicht vierzig Jahre überlebt.

img_8587Die Bücher und Filme des DDR-Autors Roman Grafe vereinen viele Geschichten von Staats-Hörigkeit und Aufbegehren inmitten einer angepassten Umwelt. Die Mehrheit der DDR-Bürger passte sich demnach viel stärker an, als sie tatsächlich musste. Sie wollten »einfach ganz normal leben« in der SED-Diktatur. Sie ließen alltägliche Möglichkeiten des gefahrlosen Widersprechens und Widerstehens ungenutzt.

img_8585„So hat man es sich und den Herrschenden bequem gemacht. Der Satz »Es war nicht alles schlecht in der DDR« bedeutet auch: Wir haben es uns gut gehen lassen, als es anderen schlecht ging – den Unangepassten, den politischen Häftlingen, den gescheiterten Flüchtlingen und ihren Angehörigen.“
Entscheidend blieb an diesem Studientag die Erkenntnis, wie sie von Erich Fried (1989)formuliert worden ist: “ Es war damals sehr praktisch, von nichts zu wissen. Und später dann war es weise, von gar nichts gewusst zu haben.“

  • Dr. Maria Meyer zu Natrup