Ansgar-Schüler sein, nicht nur „an der Ansgar-Schule“ sein

Patrozinium 16Unser Patrozinium in der evangelischen Hauptkirche St. Petri zu feiern ist mittlerweile gute alte Tradition. Neu hingegen waren einige der Akteure: Erstmals wurden wir von Hauptpastorin Martina Severin-Kaiser begrüßt. Auch für unseren Schulleiter Johannes Wulf, der sich bei der gastgebenden Gemeinde bedankte und unseren neuen Erzbischof Dr. Stefan Heße als Zelebranten begrüßte, war es eine Premiere.

Von Schülern des Profilkurses Religion wurden wir in das Thema der Ansgar-Woche eingeführt: „Ich war fremd und…“. Sie schilderten eigene Erfahrungen von Fremdsein in neuer Umgebung am Beispiel eines Schulwechsels und eines Jahres im Ausland. In seiner Predigt knüpfte der Erzbischof daran an: Auch er selbst sei – aus Köln kommend – zwar neuer Bischof von Hamburg, aber kein Hamburger. Und auch der Heilige Ansgar, Vorgänger im Amt des Bischofs im 9. Jahrhundert, sei aus der Fremde – aus Corbie in Frankreich über Corvey an der Weser – nach Hamburg entsandt worden. Nicht zuletzt die eigene Erfahrung von Fremdsein habe Ansgar sensibel gemacht für den Umgang mit den Menschen. Von Ansgar könne man 3 wichtige Einstellungen lernen: 1. den Respekt vor dem Anderen – sowohl den Respekt vor der neuen Umgebung, die mich aufnimmt, als auch den Respekt vor dem Neuankömmling 2. das Bemühen die gleiche Sprache zu sprechen, um sich so gut wie möglich zu verstehen und 3. den Mut authentisch zu bleiben, sich bei allem Respekt nicht bis zur Selbstaufgabe zu verbiegen. In dieser Hinsicht könne Ansgar bis heute unser Lehrer sein. So verstanden bedeute es weit mehr ein „Ansgar-Schüler“ zu sein als nur „an der Ansgar-Schule“ zu sein. Seid Schüler des Ansgar, so der eindringliche Appell des Erzbischofs.

Am Schluss des feierlichen Gottesdienstes mit Orchester, Chor, Orgel und einem begleiteten Gesangsstück unserer goldenen Stimmen Lissy und Anny spendete der Erzbischof seinen Segen, wobei er den Krummstab der Ansgar-Statue in St. Petri entliehen hatte: Kurzfristig hatte er wg. einer Verkehrsstörung das Fahrrad nehmen müssen und folglich keinen Platz für den Hirtenstab. Auch diese spontane Leihgabe der gastgebenden Gemeinde war ein schönes Zeichen der ökumenischen Verbundenheit in unserer Stadt.

Jürgen Brinkmann (Text) | Knud Kamphues (Foto)