Unsere Schüler stehen vor Gericht – als junge Mauerschützen!

Bildschirmfoto 2015-12-15 um 18.14.55Erstsemester spielen Richter, Staatsanwälte und Angeklagte im sog. Mauerschützenprozess. Die Schüsse und der Schiessbefehl an der Berliner Mauer wurden in vielen bundesdeutschen Gerichtsverfahren verhandelt. Zwischen 1961-1989 waren aber laut DDR-Grenzgesetz gezielte Tötungen von unbewaffneten Flüchtlingen Unrecht. Die Angeklagten ( sehr überzeugend von unseren Schülern gespielt mussten sich von den Anwälten der Nebenkläger ( Familien der Getöteten) den Vorwurf der „unerträglichen Verstösse gegen elementare Gebote der Gerechtigkeit“ vorhalten lassen. Auch die Verurteilung hoher DDR-Politfunktionäre als „Täter hinter dem Täter“ werden in der simulierten Gerichtsverhandlung hautnah von unseren Schülern erlebt. Was bedeutet Gerechtigkeit für die Mütter und Väter von Getöteten an der innerdeutschen Grenze? Ist der Schiessbefehl für den jungen „Grenzschützer“ eine Rechtfertigung seiner gezielten Tötung im Dienste einer Diktatur? Der Buchautor Roman Grafe dokumentiert den Schülern, warum man in der DDR zumindest passiven Widerstand leisten konnte. Viele seiner Bücher zeigen, dass eine Diktatur ohne Mitläufer nicht vierzig Jahre so hätte funktionnieren können. Dank der Konrad Adenauer Stiftung besucht Roman Grafe die SAS des öfteren, um den Schülern zu veranschaulichen, wie sich Diktaturen auf das Schweigen der Mitläufer verlassen.

Dr. Maria Meyer zu Natrup (Foto und Text)