Am kupfernen Faden – Über 100 Ansgarianern hätte beim Filmkonzert in der Musikhalle beinahe der Film gefehlt

Chaplin21.5.2015, Hamburg, Laeiszhalle. An seiner dramatisch erhobenen Hand kann es nicht gelegen haben: Als der Dirigent Stefanos Tsialis den Film starten wollte, passierte – nichts. Die Filmkabine war ohne Strom, ohne den die Hamburger Symphoniker zwar ausgekommen wären, aber dann hätten über 100 Ansgarschüler und ein Dutzend Lehrer auf Charlie Chaplins so heiteren wie hintergründig gesellschaftskritischen, späten Stummfilm ‚Lichter der Großstadt‘ verzichten müssen. Das aber wäre wirklich traurig gewesen, denn die musikalische Untermalung des Liebesfilms über den Tramp und das blinde Blumenmädchen hat die wundervollen Schwarzweißbilder nicht bloß klanglich interpretiert, sondern – da sie außerdem musikalische Einfälle Chaplins verarbeitet hat – sogar die Komik potenziert und so dürfte dieser Abend einer der heitersten in der Geschichte der Musikhalle gewesen sein.

Über 100 Ansgarschüler aus den Klassen 8 bis 2. Semester haben sich in einem Konzert ehrlich amüsiert und so wieder einmal, denn diese Joppichschen Exkursionen in Hamburgs gehobene Musikwelt sind inzwischen jahrelange Tradition, festgestellt, dass Hochkultur nicht wehtun muss. Nicht wenige dürften sogar bemerkt haben, das handgemachte Musik elektronisch gefakter und elektrisch verstärkter überlegen sein kann – besonders bei Stromausfall.

 Foto und Text: ag