Geschichtsstunde im Hamburger Staatsarchiv

Bildschirmfoto 2014-06-09 um 09.04.40Hamburg bietet Besonderes für junge Historiker : die 10c  besucht mit Frau Dr. Meyer zu Natrup Hamburgs grösstes Archiv. Im Keller laufen wir durch 400 m Aktenschrankreihen und lernen, wie man mäuseangefressene Briefe wieder leserlich macht und wie wasserzerstörte Fragmente restauriert werden.
Die Klasse nimmt sich je zu zweit einen dicken Aktenordner zum Thema  “ NATIONALSOZIALISMUS : Kinderlandverschickung“. Wir lesen Originalbriefe des Hamburger Gauleiters Kaufmann und erkennen seine Absichten, die “ zehntausende Hamburger Kinder in nichtluftgefährdeten Gauen “ auch gegen den Elternwillen zu verschicken. Die andere Gruppe nimmt Einblick in die Briefe der Eltern. Deren Sorgen und auch Zweifel an den Behauptungen des Gauleiters sind offenkundig. Schockierend sind dann die Briefe der verschickten Kinder. Trotz Zensur erreichen einige Briefe die Eltern: schlechtes Essen, Drill, Propaganda, Heimweh auf der einen Seite, Naturerlebnisse und Ausflüge besonderer Art auf der anderen Seite.
Die Briefe der Lehrer an die Gauleitung zeigen grosse Besorgnis, so auch Klagen über die 12-16 Stunden Tage, über die vielen kranken Kinder und über zu harte Umgangsformen gegenüber den Kleineren.
Beklommen verlassen wir den Seminarraum: zwischen Parteipropaganda und Wirklichkeit klaffen Welten, dieses Mal stehen die 9- bis 16Jährigen im Fokus unserer historischen Recherche.


Dr. Meyer zu Natrup